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Aah herrjemine. Es geht einfach nicht, ich habe alles versucht. Es geht. Nicht. Ich kann mich nicht auf den morgigen Tag freuen, Bayram/Eid wie ihr wisst.
An Bayram ist es deutlich kälter, als an normalen Tagen. Das liegt natürlich an der Kleidung, die man an diesen besonderen Tagen tragen sollte/muss/will. Während man normalerweise im warmen Zwiebellook durch die Gegend läuft, zieht man sich an jenem Tag- sagen wir mal- etwas anständiger, schicker, vielleicht auch einfach affiger? an
Wer schön sein will muss leiden. Das haben sie uns doch jahrelang eingetrichtert. So ein Schwachsinn, aber wir sind ja nicht gerade klukk. Also leiden wir, ich möchte nicht schon wieder verallgemeinern, ich leide! Weil mir 1. wirklich kalt ist 2. ich so ca. 4-5 Mal die Prozedur des Wudus durchlaufen muss, mit gebügeltem Kopftuch und Co. Die Schwestern wissen was ich meine. Unglaublich schwer.
Alles halb so schlimm, eigentlich erträglich und längst sollte ich aus dem Alter raus sein, wo man sich nur wegen dem Geld und neuer Kleidung auf Bayram freut… Hier ein Auszug, aus einem Trialog zwischen mir, meinem kleinen Bruder und dem Nachbarsjungen, wo mir das wieder deutlich wurde.
Nachbarsjung: boaaah, ich will endlich ne wi kaufen.
kl. Bruder: öhh, kauf doch!
Nachbarsjung: meine mutter erlaubt es mir nicht eeeyh. obwohl ich voll viel geld hab ya. 300. oder 400.
kl. Bruder: boah.
Ich: spar doch, kannst dir später was tolles mit kaufen (Welch herrlich-pädagogische Annäherung meinerseits, bin stolz
)
Nachbarsjung: öehehuheüh. was däään?? n auto oda was? damit kann ich mir doch keine karre kaufen.
Ich: oh, vielleicht kein auto, aber du kannst für deinen führerschein sparen! (Ich werde immer besser!)
kl. Bruder: ja eyh. du bist jetzt 11, kannst voll viel kohle sparen..mit bayram und so ne.
Nachbarsjung: als ob, bald krieg ich doch kein geld mehr. die geben nix mehr, wenn du alt wirst.
kl. Bruder: meint der, kriegst voll viel geld noch, chill mal..letztes mal hatte ich locker sibzig-achzig so. bin schon 14. geht noch ya, ein paar jahre.
Nachbarsjung: meinste..???weiss niiiiiiisch.
kl. Bruder: doch mann, voll bääm!!!
Nachbarsjung: hihihi
kl. Bruder: hihihi
Ich: hihihi
Soviel dazu.
Ich brauche mehr. Also habe ich die letzten Tage nachgedacht. Was bedeutet das Opfern für mich? Was habe ich bis jetzt geopfert? Das Ergebnis war leider erschreckend: Nichts. Immer wenn es etwas gab, was ich lieber aufopfern sollte, habe ich einfach weggeguckt und ignoriert. 10 € spenden fällt mir unglaublich schwer, aber sobald mein Bafög da ist, werde ich im dm das Geld auf den Kopf hauen und das auch garantiert ohne schlechtes Gewissen zu haben.
Ok, habe ich denn wenigstens auf etwas verzichtet? Auf den xten Pullover vielleicht. Der war doch runtergesetzt, also warum sollte ich nicht zugreifen? Chucks in passenden Farben braucht man auch, überlebenswichtig.
Es ist frustierend wie ihr seht. Also wage ich einen weiteren Schritt. Ich stelle mir vor, wie es dem Propheten Ibrahim erging, als er kurz davor war seinen Sohn zu opfern. Seinen eigenen Sohn! Ich stelle mir vor, wen ich auf dieser kleinen Welt (sie ist wirklich klein) am allerallerliebsten habe und stelle fest: Wahrscheinlich hätte ich bei so einer Aufforderung den Vogel gezeigt. Welch eine Hingabe und Vertrauen muss es sein, sowas über das Herz bringen zu können.
Allah erwartet und wird wahrscheinlich von uns niemals erwarten, das wir etwas auf diese Art und Weise opfern, aber hey, warum können wir nicht einmal bei einem Verlust Vertrauen in ihm zeigen und nicht wie ein kleines Kind, dem ein Spielzeug weggenommen wurde, herumheulen.
Deswegen.
Dieses Jahr schenke ich mir was zu Bayram und lasse die Zügel des wiehernden Pferdes locker. Ich setze das Messer an (symbolisch natürlich!) und….Aaaah, da fällt auch schon ein Schäfchen vom Himmel..!







Mos Def-sehr vorbildlich!
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