Spurensuche I

26.09.2010

Granada um 1:20 Uhr. Unten tanzen, singen, turnen die Hippies und unterhalten sich lautstark. Wir sitzen hier auf den Sitzbänken. Die sind rot und ziemlich hart, aber gemütlich. Wir sind ein wenig müde, doppelt so glücklich. Vor einigen Minuten sind wir durch die Straßen Granadas gegangen. Wunderschöne, winklige Gassen, weiße Häuser, bunte Fenster. Sie versuchten uns alle etwas zu erzählen, so dass einem nicht mulmig wird bei der Stille, die eigentlich um die Uhrzeit dort herrscht. Es könnte auch an unserem Reisebegleiter, Führer, Ammo (heißt Onkel auf Arabisch, das habe ich hier gelernt) liegen, der einen Witz nach dem anderen reisst und uns mit seinem weiten Wissen beschenkt. Ein richtiger Charmeur, ca. 60 Jahre alt, der immer Leinenhemden und eine Sonnenbrille mit weißen Rahmen trägt und einen total lässigen Gang hat.  [...]

Ich habe mich auch, als wir an dem schönsten, höchsten Punkt unserer Nachtwanderung ankamen, Granada zu unseren Füßen lag und die Alhambra in vollem Glanz vor unseren Augen strahlte, gefragt, was mich in diesem Moment glücklicher machen könnte. Mit meiner Antwort war ich phänomenal zufrieden: Nichts. Fast nichts.

Mir gefiel erstens das einfache Nichts im ersten Einwortsatz. Und dann fand ich auch denn zweiten Satz nicht schlecht, auch wenn das Fast überflüssig zu sein schien, füllt es eine gute Lücke. 1:45 Uhr. Gute Nacht.

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